Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen.
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Pfarrer Trenker hatte die sonntägliche Frühmesse gelesen und verließ nun, nachdem er sich des Messgewandes entledigt und seine schwarze Jacke angezogen hatte, die Sakristei. Auf dem Pfarrplatz standen viele der Messbesucher in kleinen Gruppen beisammen, um die Ereignisse der zurückliegenden Woche sowohl in der Gemeinde als auch im ganzen Wachnertal zu diskutieren. Er ging zu einer der Gruppen hin. Es handelte sich um sieben Leute, Sebastian kannte sie alle sehr gut, alle sieben waren Bürger der Gemeinde St. Johann. Es handelte sich um die Familien Koppmann und Wagner. Benedikt Koppmann und seine Familie bewirtschafteten einen Landgasthof, Vinzenz Wagner betrieb eine Landwirtschaft. »Guten Morgen, die Damen, guten Morgen, die Herren«, grüßte der Pfarrer. »Wie gehts, wie steht's?« Sebastian schaute den Wagnerbauern an. »Heuer dürften die Ernten gar net mal so schlecht ausfallen, Vinzenz, nachdem die große Dürre ausgeblieben ist.« Sein Gruß wurde mehrstimmig erwidert. Sebastian lächelte freundlich in die Runde. Jedem schenkte er dieses Lächeln; Benedikt Koppmann und seiner Frau, der hübschen Tochter Luisa und deren Bruder Tobias, dem Vinzenz Wagner und seiner Gattin Charlotte sowie dem Sohn der beiden, dem zweiunddreißigjährigen Philipp. »Stimmt, Herr Pfarrer«, antwortete Vinzenz Wagner. »Heuer können wir uns net beklagen. Das Korn gedeiht, ebenso die Kartoffeln und die Rüben, und der Mais steht auch gut im Saft.« Benedikt Koppmann nickte wie zur Bestätigung dessen, was Vinzenz Wagner von sich gegeben hatte, obwohl er nicht ein einziges Feld oder einen Acker besaß.


























